NEWCOMER Trophy



Gestern war sie also, die Newcomer Trophy.
Ein Erlebnis, welches man fast immer nur einmal erleben kann (je nachdem wann der Hund geboren ist). Für Haley also nur einmal möglich, sollte sie nächstes Jahr nicht im September sein.

Am Freitag fuhren wir schon Richtung Heilbronn, um dort bei der Besitzerin von Cashs Wurfbruder zu übernachten.
Relativ gut geschlafen (war zwar fast jede Stunde wach, aber bin danach immer schnell wieder eingeschlafen), ging es dann kurz vor 7 Uhr los Richtung Backnang.

Vorher mit Haley einmal auf einem Wanderparkplatz gehalten und kurz zum Lösen unterwegs gewesen.

Angemeldet und Nummer 42 bekommen. Sehr cool. Als alter "Per Anhalter durch die Galaxis"-Fan freut man sich über sowas. Die Reihenfolge sollte dies mal genau umgedreht sein. Also 5-4-3-2-1. Nicht das übliche 1-2-3-4-5. Warum, keine Ahnung.

Wir starteten bei
Aufgabe 4 Petra Beringer
Man startet mit einem Walk-Up. Die Richterin läuft kurz hinter einem und der Schütze läuft ein paar Meter vor einem und beschießt während des Walk-Ups 2x das Suchengebiet was in ca. 20 Meter Entfernung war (ein dichteres Waldstück). Beim Startpunkt angekommen, darf man nach Freigabe die 2 Dummys aus der Suche arbeiten. Das Suchengebiet war links und rechts markiert durch Flatterband.

Ich glaube zwar, dass Haley klar war, dass sie im Wald suchen muss, hab mich dennoch trotzdem lieber dazu entschieden mit "Go" zu schicken und nicht mit "Such". Theoretische müsste sie, wäre sie gehorsam, vorne anfangen zu suchen. Wäre sie zwar eh nicht gewesen, aber ich wollte auf Nummer sicher gehen. Haley rast direkt in den Wald und sucht sich erstmal durch. Sie suchte und suchte und suchte. Ich hab nicht viel gesehen. Dann kam sie mit Dummy wieder.
Wieder rein geschickt und dies mal findet sie schneller (das Dummy konnte man von meinem Standpunkt aus sogar sehen, der Hund aber nicht, da es ja hangaufwärts ging).

Ich fragte die Richterin noch, ob es was zu kritisieren gäbe, weil ich manchmal nicht nachvollziehen kann, wofür Punkte abgezogen wurden. Lange Rede, kurzer Sinn. Sie fand die Fußarbeit nicht so schön. Ich würde mich eher am Hund orientieren, anstatt der Hund an mir.
Ok. Haley bedrängt mich halt, vor allem wenn sie vermutet die Dummys gibt es auf der Seite, auf der ich stehe. Aber die Fußarbeit nehmen wir jetzt im Winter eh nochmal auf unsere To-Do-Liste.
Punkte gab es leider nicht und online ist auch (noch?) nichts zu finden.

Weiter einen Hang hoch gekraxelt.

Aufgabe 3 bei Thorsten Helmrath
Ich komme oben an und sehe schon Thorstens weltberühmte Tafel da stehen.

Mein erster Gedanke war nur: Alles klar ein Blind. Gehts noch? So ein richtiges Blind haben wir genau einmal bei Rainer gemacht und das war jetzt auch schon ein paar Monate her. Ich hoffte, einfach, dass der Schuss ziehen würde.

Schuss (angeleint) zum Blind, umdrehen, ableinen Schuss und Mark. Kurzer Walk Up. Markierung arbeiten, danach nochmal das Blind beschossen und dieses arbeiten.

Man steht beim Richter und dreht sich Richtung Blind, noch angeleint, welches beschossen wird. Danach dreht man sich Richtung Markierstab und leint seinen Hund ab. Schuss und Mark fällt. Danach geht man 10m Fuß und darf seinen Hund am Startpunkt zur Markierung schicken.
Haley saust den Hang runter, ist erst zu weit links. Thorsten und ich sehen die Markierung gut liegen. Haley dreht um, bekommt Wind und pickt.
Nun drehen wir uns um und das Blind wird nochmal beschossen. Haley super konzentriert schaut den Helfer an. Manchmal bringt ihre Helfer-Gier doch was.

Sehr sehr viele Hunde hatten hier Probleme und sind sofort zur Fallstelle des Marks gelaufen und die meisten hatten dann Mühe, ihren Hund wieder zum Blind zu bekommen.

Also mit der Hand nochmal konzentriert und Haley rennt auf Go zielstrebig los. Ist minimal etwas zu weit rechts. Thorsten sagt mir schon. Stopp und nach Links schicken. Aber Haley biegt sofort auf Höhe des Blinds richtig ab. Ein provisorischer Suchenpfiff und sie kommt wieder.
Yea! Wir bekommen sogar Applaus von den Helfern.
Thorsten meinte nur, ich denke als Scherz, ob sie nicht etwas getrödelt hätte auf den Rückweg. Da meinte ich nur, dass das bei diesem Hund sicher NICHT so ist.

Aufgabe 2 Michael Brühl

Man steht bei einer sehr, sehr matschigen Stelle. Es ist ein etwas breiterer Waldweg der nach hinten bergauf geht, auf der rechten Seite das Wasser.
Man ist auf einem Entenstrich und es werden 2 Enten ins Wasser fallen. Der Richter sagt, welches zu erst geholt werden soll.
Der Schütze steht DIREKT neben uns. Es wird geschossen. Die erste Markierung fällt mittig ins Wasser. Sicher 20-25m Schwimmstrecke. Der Helfer geht weiter nach hinten. Wieder Schuss und das Mark fällt in eine Ausbuchtung, man sieht nur kurz die Flugbahn und das Dummy verschwindet nicht sichtig im Wasser.

Ich frag Michael bei der Aufgabenbeschreibung noch, ob es einen Walk-Up gibt und er: Nein wir sind doch auf einem Entenstrich. Ich: Ja aber ich bin keine Jägerin.
Er: Ja das hab ich jetzt gemerkt.
XDDDD
Zu erst sollen wir das erst gefallene Mark holen. (Das war natürlich bei jedem so).
Ich richte Haley nochmal richtig Richtung Wasser aus. Sie ziert sich etwas und denkt wahrscheinlich: Ich weiß doch welches ich holen soll?!
Sie springt ins Wasser und schwimmt zielstrebig zum Dummy. Kommt zurück, Abgabe kein Problem. War immerhin kein kurzer Weg von Ausstiegspunkt zu mir.

Ich richte Haley den Weg entlang aus und schicke sie mit "Go", in der Hoffnung sie hat das 2. noch auf den Schirm und stürzt sich nicht wieder sofort ins Wasser. Aber Hund von Welt ist schlau und hört auf mich und rennt den Weg entlang. Für mich sah es so aus, als wolle sie den Weg weiter hoch rennen. Ich stoppe sie und mach den Arm raus, währenddessen guckt Haley schon ins Wasser und sieht das Dummy da liegen und stürzt sich sofort drauf. Im Training würde ich jetzt sagen, blöder ungehorsamer Hund, aber da war ich froh, dass sie es zügig gearbeitet hat.
Später hab ich nämlich mitbekommen, dass dort viele Leute da Probleme hatten, da ihr Hund das 2. Mark gar nicht gesehen hatten und es für sie ein Blind gewesen wäre.
Haley kommt kurz darauf wieder mit Dummy auf den Weg. So jetzt nur nicht ausspucken oder schütteln den langen Weg zurück. Aber das war gott sei Dank noch nie ein Problem bei Haley und sie gibt in die Hand ab.

Michael: Vertraust du deinem Hund nicht?
Ich stutze und frage: Warum?!
Michael: Meinst du nicht, sie hätte die Markierung auch ohne dich gefunden.
Ich: Ne für mich sah es so aus, als wollte sie weiter gerade aus rennen.
Michael: Ne glaub ich nicht.

Ich bin ja immer noch der Meinung, dass sie nicht mehr genau wusste, wo es lag. Denn sie sah sehr überrascht aus, als sie nach rechts schaute und das Dummy da liegen sah. So nach dem Motto: ACH DA!

Aufgabe 1 Marianne Walheim
Man steht mitten im Wald, es geht ziemlich steil bergab und auf eine Wiese hinaus.
Dort fällt mit Schuss eine Markierung auf die Wiese. Der Helfer ist kaum zu sehen, da er links am Waldrand steht. Auf den Rückweg fällt eine Verleitmarkierung nach links in unwegsames Gelände.

Ich habe mal zwei Bilder gemacht, weil ich noch mal musste (es gab dort keine Toiletten) und dort nochmal vorbei bin.

Da wo es grüner wird, ist die Markierung hingefallen.

Und irgendwo da unten in die Senke die Verleitmarkierung.

Als ich am Startpunkt sehe, habe ich die Bäume total vor mir (die rechts sind) und frage noch: Sieht der Hund die Markierung von hier aus überhaupt?!
Ja würde er sehen, denn er sitzt ja niedriger.
Aha hmm... Nun ja Schuss und Mark fällt. Was sehr weit nach oben geworfen wird. Ich sehe es eigentlich nur, als der Helfer es los lässt zum werfen und danach gar nichts mehr. Ich sehe es dann zwar auf der Wiese liegen, wenn ich zwischen den Bäumen versuche hindurch zu schauen, aber das war es dann auch.
Ich schaue nach unten. Haley schaut jedenfalls in die richtige Richtung.
Hier hätte ich einfach auf mein Bauchgefühl hören sollen und lieber nochmal weiter nach rechts ausrichten sollen und sie mit "Go" schicken.
Aaaaaaaaaaaaber ich schicke mit ihrem Apport Kommando. Haley rennt runter und verschwindet SOFORT nach links in den Wald rein. Ich pfeife sofort. Nichts. Ich warte kurz und pfeife nochmal. Nichts. Dies mal wird mein Pfiff etwas wütender und Haley kommt aus dem Wald auf mich zu gerast. Schnell Stopp-Pfiff rein gehauen als sie unten in der Senke stand. So jetzt müsste sie eigentlich nur nach hinten laufen.
Haley läuft auch noch hinten, läuft dann aber sofort nach rechts und sucht da dumm rum. Also mir war klar, dass sie die Markierung 0,0 gesehen hat. Ich pfeife noch etwas wild rum. Aber Haley hört mir schon gar nicht mehr richtig zu. Findet dann aber gott sei Dank übers Hunten.
Ich muss auf jeden Fall mal öfter Marks im Wald trainieren. Es nützt alles nichts.
Die Verleitmarkierung fällt, Haley läuft 2-3 Schritte in die Richtung. Normalerweise markiert sie die Verleitungen nur und kommt dann sofort zu mir. Ich hatte aber nach dem hart erarbeitenen Dummy aber keine Lust jetzt eine Null zu bekommen und gab sofort den Komm-Pfiff.
Ich hatte kein Plan wo die Markierung genau lag. Hab mich in die Richtung gedreht und einfach mal mit Such geschickt. DIE hatte Madame natürlich auf den Punkt.

Die Richterin meinte nur, dass von der ersten Markierung nicht viel übrig geblieben wäre. Das war natürlich klar.

Ok jetzt nur noch eine Aufgabe und genau die, die ich total blöd fand. Aber nützt ja nichts, die zwei Dummys bekommen wir jetzt hoffentlich auch noch rein.

Aufgabe 5 Jörg Mente
Als wir ein paar Leute in der Wartezone waren, kam er zu uns und erklärte nur grob die Aufgabe. Er würde sie nochmal SEHR ausführlich (seine Worte) erklären, wenn wir beim Startpunkt sind, weil er sehen will, ob der Hund am Fuß rum hampelt. Gut, also wenn Haley was kann, dann gespannt warten bis die Aufgabe anfängt.

Man steht unten. Es geht bergauf. Es stehen auf den Hang zwei Helfer. Einer oben, einer mittig von Richter und dem anderen Helfer.
Der obere Helfer schießt nach links zum Gebüsch und wirft eine hohe Markierung auf die Wiese. Der Hund würde die Fallstelle von seinem Standpunkt aus nicht sehen, deswegen extra hoch, damit die Flugbahn gesehen wird. Der Hund muss hier die Entfernung einschätzen können. Danach schießt der Helfer nochmal in genau die gleiche Richtung aber ohne Markierung.

Jetzt der Punkt wo ich mich fragte: ?!
Ich kritisiere ja echt selten WT-Aufgaben aber das war für mich echt eine typische Zirkusnummer.

Man schickt den Hund nun und soll ihn abstoppen und so lange warten lassen, bis der Richter einen frei gibt. Danach muss der Hund nochmal 15-20m nach links laufen um am bewachsenen Hang ein Dummy zu finden.

Also erstens, warum muss ich meinen Hund ewig warten lassen nach dem Stopp-Pfiff? Und dann wird was beschossen, was gar nicht da war. Naja...

Stoppen ist ja gott sei Dank kein Problem. Haley stoppt an der Markierung am Boden und wir warten. Auch das stört sie nicht.
Nun sagt der Richter, ich könne sie nochmal ran pfeifen und nochmal stoppen und dann nach links oder direkt nach links schicken.
Meiner Meinung nach, würde der Hang eh nach unten ziehen aber naja.
Haley geht zwar erst super schön nach links, dreht nach einigen Metern aber nach hinten ab und will zur alten Fallstelle.
Ab da brauch ich mehrere Pfiffe und Kommandos um sie endlich zum "Suchengebiet" zu bekommen. Ein paar Mal war ich auch zu langsam, aber letztendlich hat es dann gott sei Dank geklappt.

Wäre die Aufgabe nicht die letzte gewesen und nicht schon seit 2h 23 Grad, wäre Haley vielleicht auch nicht schon so Matsche im Schädel gewesen und hätte mir besser zugehört und ich eventuell auch schneller reagiert.
Aber gut, ich war einfach nur froh, dass wir ohne Null durch gekommen sind.

Hatte zwar die Hoffnung, dass wir vielleicht noch ein SG geschafft haben, es hat dann aber "leider" nur zum Gut gereicht mit 78/100 Punkten.

Es gab war einige V's und recht viele SG's aber ich muss sagen, dass das, soweit ich das einschätzen konnte (wir wurden ja aufgerufen die bestanden haben), alles Hunde waren die deutlich älter als Haley waren und/oder die HF deutlich mehr Erfahrungen haben, sowohl im Führen als auch in der Ausbildung.

Für ihr Alter und ihren Ausbildungsstand hat Haley das gestern echt alles super gemacht. Und ich freue mich extrem, dass wir überhaupt an der NCT teilnehmen durften und auch noch bestanden haben. Deswegen war Haley für mich gestern natürlich eine Siegerin und Sieger bekommen einen Cheeseburger.

Als ich damals Timy bekommen habe (immerhin schon 8 Jahre her), hätte ich sicher NIE gedacht, dass es wir mal bis dahin schaffen.
Das verdank ich natürlich auch zu einem großen Teil Timy, ohne den ich die ganzen Leute überhaupt nicht kennen gelernt hätte und nichts eins zum Anderen geführt hätte. Ich hab gestern viel an Timy gedacht und verdrücke jetzt auch ein paar Tränchen. Also auch natürlich Danke an Timy. <3 Ich bin sicher, du bist stolz da oben auf uns, auf deiner Wolke.

Ein toller Saisonabschluss und es ist der Hammer was Haley diese Saison schon mit mir geschafft hat. Wir haben jeden WT bestanden, ihren Schnupper-WT konnte sie sogar gewinnen, hat eine tolle BH geschafft, die NCT haben wir mit 1,5 Jahren auch bestanden.
Ich bin absolut zufrieden und nun üben wir fleißig über den Winter und ich habe mir auch vorgenommen jetzt mit Cash viel mehr zu machen.
Der ist in den letzten Monaten, weil ich mich soviel auf Haley konzentriert habe, etwas zu kurz gekommen in der Ausbildung. Aber das holen wir jetzt nach.
Ich freu mich auf einen trainingssreichen Winter.
Übernächste Woche gehts zum Halbtagsseminar mit Heike Reichelt.

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